broken paradise

broken paradise. Ich fuhr in den Libanon, um Häuser zu fotografieren – und suchte doch nach etwas anderem. Das traditionelle libanesische Haus, oft verlassen, manchmal halb zerfallen, zog mich an wie eine Erinnerung, die nicht meine eigene ist und sich doch vertraut anfühlt. Mit meiner Kamera betrat ich Räume, in denen das Licht noch immer durch die hohen Bogenfenster fiel, als hätte es nie aufgehört, hier zu wohnen. Diese Reise war Abenteuerlust: das Unterwegssein, das Öffnen verschlossener Türen, das vorsichtige Gehen über brüchige Böden. Aber sie war auch Sehnsucht. In den zentralen Hallen, den stillen liwan, spürte ich eine Zeit, in der Architektur für Gemeinschaft gebaut war, für Nähe und Austausch.

Die Häuser wirkten wie Körper, die ihre Bewohner verloren haben, aber ihre Haltung bewahrten. Ich fotografierte Risse, Staub, abgeblätterte Farbe – und zugleich Würde. Jedes Bild wurde zur Suche nach einer vergangenen Zeit, nach einer Idee von Zuhause, die langsam verschwindet. Der Untergang dieser Häuser ist leise, fast unsichtbar. Doch in ihrem Licht, in ihren Proportionen, lebt etwas weiter. Vielleicht ist es genau das, was ich festhalten wollte: nicht nur Architektur, sondern eine Sehnsucht, die in Stein eingeschrieben ist.